Echte Werte - Gute Kunst hat gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten die beste Saison.

Art Innsbruck 2009

Johanna Penz, Direktorin Art Innsbruck
Johanna Penz
Direktorin ART Innsbruck
Foto: Zoller Frischauf

Knapp sechzig Aussteller aus zehn Ländern haben sich bereits zur 13. ART Internationale Messe für zeitgenössische Kunst INNSBRUCK vom 19. - 22. Feber in der Innsbrucker Messehalle 4 bereits angemeldet. Gezeigt werden internationale Positionen zeitgenössischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts - Gemälde, Arbeiten auf Papier, Originalgraphiken, Skulpturen, Multiples, Fotographie, Künstlerbücher. Die Innsbrucker ART war seit Anbeginn als Messe für Kunst-Einsteiger wie auch Sammler von zeitgenössischer internationaler Kunst konzipiert, wobei Messemacherin Johanna Penz ihre Aussteller heuer wieder explizit dazu aufgefordert hat, auch hinreichend Kunstwerke für Sammler mit kleineren Budgets auszustellen. Interessante Sammelwerke unter 2000 Euro werden daher von den Ausstellern mit dem bekannten "ART-Nice-Price"-Sticker ausgezeichnet werden.

Zu Tode gefürchtet, ist auch gestorben, besagt ein altes Sprichwort in unseren Breiten. Was einem derzeit tagein tagaus an sich nahezu überschlagenden Schreckensnachrichten aus der ersten Wirtschaftswelt schon zum Frühstück serviert wird, kann einem das Geschmackserlebnis eines perfekt aufgebrühten Kaffees aus der ultimativen Designerkaffeemaschine zuweilen schon etwas vergällen. Die Botschaft ist klar: ab jetzt sollte man sich prophylaktisch am besten gleich auf das Allerschlimmste einstellen. Jene Strippenzieher, die sich bis vor kurzem ihr wahrscheinlich immer schon etwas zu klein geratenes Selbstvertrauen durch entsprechende 'Wir sind die Größten'-Imaginationsformeln künstlich aufblusterten, entdecken also dieser Tage ihr erbärmliches Mittelmaß und übertragen die angesichts dieser ernüchternden Bestandsaufnahme unweigerlich aufflammende Depression postwendend auf ihr gesamtes Umfeld. Denn im ansonsten verachteten Kollektiv der Ich-AGs leidet es sich offenbar komfortabler, zumal man da über seinen eigenen Anteil im täglichen Gier- und Zockspiel leichter und besser hinwegsehen kann. Es haben schließlich alle so gemacht. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Wir lesen mit Erstaunen, dass es jetzt darum gehe, das Vertrauen wieder herzustellen. Welches Vertrauen - und vor allem in wen? Wir tun im Gegenteil gut daran, künstlichen Konstrukten ohne realen Gegenwert jetzt und auch in Zukunft gründlich zu misstrauen. Und wir tun gut daran, uns wieder darauf zu besinnen, was uns wirklich etwas wert ist, mit welchen Werten wir unser Leben be- und anreichern wollen. Was uns gut tut und Freude bereitet. Wahre Werte also. Einblick und Überblick Messehalle 4Etwas von bleibendem Wert, das über den Nominalwert hinaus Bestand hat. Weil es von Geist, Lebenskraft, Wissen, Weisheit durchdrungen und beseelt ist. Und nicht von den untoten Quälgeistern wie Angst, Gier, Verdrängung, die auf so manchem Aktienpapier stehen. Etwas also wie Kunst. Gerade jetzt. Und sie natürlich dort suchen, wo lauter, ernsthaft und professionell gearbeitet wird. Also - auch das muss an dieser Stelle gesagt werden - abseits der wenig vertrauensfördernden (aber gerade aufgrund ihrer genialen Gerissenheit auch wieder faszinierenden) 'Kunstaktionen' eines Damien Hirst, der ja nichts anderes tut, als die Mechanismen der jetzt gestrauchelten Finanz- und Wirtschaftswelt für die Vermarktung und Profitmaximierung seiner künstlichen und nicht nur sprichwörtlich 'toten' Konstrukte zu nutzen. Aber immerhin weiß er den Tod für sich zu vergolden. Ein Hirst passt gut in diese Seifenblasenwelt. Doch auch das ist wahr: all diese Inszenierungen und Auswüchse wecken ja nur die Sehnsucht nach einer neuen Wahrhaftigkeit und Ernsthaftigkeit. Nach kritischer Reflexion und Demaskierung, eben so wie nach Liebe, Begehren, Sinnenfreude, Leben und Träumen. Alles das also, was unzählige Künstlerinnen und Künstler täglich antreibt und sie um ihre jeweilige Ausdrucksform ringen lässt. Und eben das eröffnet sich einem zuweilen auf den ersten Blick, häufiger erst beim wiederholten Anschauen und sich Vertiefen in ein Kunstwerk. Denn manche Kunst gibt sich ähnlich wie so mancher Mensch eher verschlossen, andere springt einen regelrecht an. Genau das macht auch die Faszination einer Kunstmesse aus. Dass sich die Menschen, die durchspazieren, in den verschiedensten Kunstwerken und Bildnissen wiederfinden können. Dass sie in Kontakt und Beziehung treten können, mit dem was sich vor ihrem inneren und äußeren Auge wiederspiegelt. Und in eben dieser Beziehung liegt auch der besondere Wert: dass der oder die Künstlerin für seinen Besitzer respektive Besitzerin etwas zum Schwingen bringt, das ihn oder sie selber umtreibt, in dem er oder sie sich wieder erkennt. Etwas, von dem er oder sie zuvor vielleicht noch gar nicht wusste, das in seiner Wirkung nicht etwa verblasst, wenn man es erst mal besitzt, sondern sich im Gegenteil intensiviert. Das, was wir meist etwas sehr salopp bewertend gute Kunst nennen, hat immer eine energetische Sogwirkung. Und eben diese Sogwirkung steigert dann in weiterer Folge auch den Wert des Objektes: und zwar nicht nur ideell, sondern auch materiell.

Bosch Ulrike, Elke blättert im neuen Musicstore KatalogSaudekova Sara, Holy virginSunday Elisabeth, Sciaman-Receiving graceSteiner Andrea B., Mary Poppins aus der Serie shadow playTriple Mind, The crowdVivek Vilasini, Between One Shore and Several Others,-just what is it.. after Richard Hamilton

Als kleine feine Kunstmesse im Herzen der Alpen verfolgt die ART Innsbruck seit ihrer Gründung vor immerhin schon mehr als dreizehn Jahren selbstredend das Ziel, die Besucherinnen und Besucher für diese wahrhaftigen ernsthaften, nachhaltigen Werte zu begeistern. Dass die Aussteller, von denen der ART die meisten nun schon seit Bestehen die Treue halten, sogar in jenen krisenhaften Jahren während und nach dem Platzen der Dotcom-Blase immer konstant gut verkauft haben, ist zweifelsohne das schönste Indiz für das Vertrauen, das die Innsbrucker ART mit ihren Austellern bei ihren Besucherinnen und Besuchern genießt. Gezeigt und geboten wird Kunst für Einsteiger und Sammler: durch diese klare unprätentiöse Ausrichtung, die seit der Gründung konsequent verfolgt wird, gibt es auf der Innsbrucker ART eine Art Reinheitsgebot was Hypes und überzogene Renditevorstellungen anlangt. Das mag mit der wichtigste Grund sein, warum die Aussteller so gerne nach Innsbruck kommen: weil es der ART wichtig ist, dass die Austeller in einer offenen, wertschätzenden und über die Jahre gewachsen freundschaftlichen Atmosphäre ihre Kunst anbieten und verkaufen können - und sich auch gerne untereinander austauschen. Erfreulich ist, dass die Innsbrucker ART auch für viele heimische Künstlerinnen und Künstler zu einer wichtigen Plattform geworden ist, wo sie sich präsentieren und internationale Kontakte knüpfen können. Die kuratierte Sonderschau Junge Kunst hat sich eben so als feste Größe etabliert wie die große Sonderschau, die stets in Zusammenarbeit mit großen heimischen Galerien entwickelt und konzipiert wird. Für die große Sonderschau der Innsbrucker ART vom 19. bis 22. Februar 2009 wird erneut mit der Innsbrucker Galerie Rhomberg zusammengearbeitet. Geplant ist dabei eine große Ausstellung mit Lithografien von Hermann Nitsch zur 'Architektur des Orgien Mysterien Theaters I + II', die auf anschauliche Weise das geistige Fundament seines Schaffens offenlegen.

DavidovaEva,PirdopKastner Erwin, Roter Baum in der AlleeMcCartney Bryon, Swimming Through AirPeszkowska Magdalena, Militärdecke koc1

Für zusätzliche Spannung wird die Präsentation von bei internationalen Auktionshäusern zu Höchstpreisen gehandelter indischer Kunst sorgen!

Auch wenn die Medien uns derzeit das Fürchten lehren wollen, es gibt kein besseres und schöneres Mittel gegen diese künstliche Panik, als sich mit Kunst zu beschäftigen. Denn jedes Werk atmet den Mut seines Schöpfers, sich zu offenbaren und auszusetzen, das scheinbar Gegebene eben nicht einfach nur hinzunehmen, sondern es zu transformieren. Kunst, so sagte Arnold Schönberg, kommt nicht von Können, sondern von Müssen. Das gilt auch für uns Messemacher. Wir können gar nicht anders: wir müssen der Kunst ein Forum, eine Plattform geben. Weil wir Menschen damit etwas Wertvolles bieten können. Nämlich pure Lebensenergie. Nicht von ungefähr floriert gute Kunst gerade auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Denn dann offenbart sie sich als wahrhaftiges Lebenselixier.

Facts:

Öffnungszeiten:
Do+Fr, 11.00-20.00, Sa, 11.00-21.00, So. 11.00-18.00 Uhr
Veranstaltungsort:
Halle 4, Eingang Süd, Ing.-Etzel-Straße, A-6020 Innsbruck
Informationen/Karten:
ART Internationale Messe für zeitgenössische Kunst INNSBRUCK
Johanna Penz
Büro: Gutenbergstraße 3, A-6020 Innsbruck, Tel.+43 (0)512 567101, Mobil +43 (0)650 3288789, Fax +43 (0)512 567233

Quelle: www.art-innsbruck.at

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