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Zwischen
Schamgefühl und Lebenslust - die Geschichte des Badeanzugs:
Bikinis, Tangas und kesse Badeanzüge - während heutzutage
ein Hauch von Nichts die weiblichen Formen am Strand
verhüllt, plantschten die Damen im 18. und 19. Jahrhundert
noch züchtig im Wasser-Kostüm. Zum Badekleid gehörten
Badestrümpfe, Badeschuhe und ein Hut, der meist über
einer Badehaube getragen wurde. Unter dem Badekleid
steckte der Körper selbstverständlich im Korsett.
Mit diesen Kostümen ging man allerdings nur bis zu
den Knien ins Wasser, schwimmen war ja ohnehin kaum
möglich.
Eine
Vorkämpferin für das Frauenschwimmen und damit auch
für praktische Badekleidung war die australische Wettkampf-Schwimmerin
Annette Kellermann. "Ich will schwimmen - und das
kann ich nicht mit einer Wäscheleine voll Stoff an
meinem Körper", sagte sie und trug einen enganliegenden,
einteiligen Anzug mit langen Beinen. 1907 wurde die
Schwimmerin am Strand von Boston wegen "anstößiger
Enthüllungen" verhaftet. Ihr Vergehen: Der nasse Anzug
- eine Art Ganzkörperbody - zeigte ihre Figur. Erst
nach dem Ersten Weltkrieg trugen Frauen ein einteiliges
Baumwoll-Trikot mit freien Armen und bis zum Knie
bedeckten Beinen.
In
den 30er Jahren entwickelte sich der Drang zum Sonnenbaden.
Ärzte bezeichneten die Sonne damals als Medizinflasche
des Universums. Die Sonnen-Anbeterinnen zeigten mehr
Haut, die Bademode wurde löchriger. Und auf Werbeplakaten
warben Frauen in Badeanzügen erstmals für "Sonnenbrand-Creme".
Natürlich wurde versucht die aufkommende Nacktheit
zu unterdrücken. Ein Erlaß aus dem Jahr 1932
aus Deutschland untersagte unter anderem öffentliches
Nacktbaden. "Frauen dürfen nur baden, falls sie
einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der
Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter
den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen
und einem Zwickel versehen ist", hieß es. Doch
die Moralapostel konnte die ungezwungene Badefreude
nicht bremsen. Denn schon in den 40er Jahren präsentierte
sich die Bademode zweigeteilt.
1946
bot der Franzose Jacques Heim in seinem Geschäft in
Cannes einen Zweiteiler mit dem Namen "Atom" an. Sein
Konkurrent Louis Reard stellte kurze Zeit später seine
zweiteilige Kreation "Bikini" vor. Es ist nicht bekannt,
wieso Reard der neuen Badekleidung den Namen des Atolls
im Südpazifik gab, auf der kurze Zeit vorher der erste
Atombombentest stattgefunden hatte. Bei einer Modenschau
in Paris sorgte der Bikini für einen Skandal: Ein
US-Journalist bezeichnete ihn als ein "Textil,
das über seine Trägerin alles verrät - außer dem Mädchennamen
ihrer Mutter". Im deutschsprachigen Raum galt
noch 1957 das Tragen eines Bikinis als höchst
unmoralisch. Eine Zeitschrift dieser Zeit schrieb:
"Es ist wohl hier nicht notwendig, ein Wort über
den sogenannten Bikini zu verlieren. Ist es doch undenkbar,
daß ein Mädchen mit Takt und Anstand je so etwas tragen
könnte." So schwer kann man sich täuschen!
Der Bikini hat seither auch in der Modewelt seinen
festen Platz. Top Designer wie Versace, Ralph Lauren
und Vivienne Westwood bestätigen mit Ihren Mikro-Bikinis
den Grundsatz immer wieder: "Weniger ist mehr!"
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BIKINI
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zweiteiliger
Badeanzug, bestehend aus einem Büstenhalter
und einem knappen Höschen. Der Bikini wurde
1946 von Louis Réard in Paris vorgeführt, wenige
Tage nach dem Aufsehen erregenden Atomtest auf
dem Bikini-Atoll, woher auch der Name stammt.
Moralapostel aller Länder wehrten sich anfangs
heftig gegen die "unmoralische" Badebekleidung.
Daher setzte sich der Zweiteiler erst in den
60er Jahren durch.
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Bunte
Bademode liegt im Trend
Knallige Farben, warme Ethno-Muster, Tierfelldrucke
und Blumenmotive bestimmen in diesem Jahr die Bademode.
Dabei liegt der Bikini bei den Badetextilien
für Frauen eindeutig im Trend. Besonders Triangelformen,
die schon in den siebziger Jahren in keinem Schwimmbad
fehlen durften, bestimmen die aktuellen Kollektionen.
Das Oberteil besteht aus kleinen Dreiecken, die verschoben
werden können. Dazu passend werden knappe Bikinihosen
- zwei Dreiecke, die oftmals nur von Bändeln an der
Seite zusammengehalten werden - getragen.
Im Kommen sind auch so genannte Tankinis, bei
denen eine normale Bikinihose mit einem Top kombiniert
wird. Nahezu alle Hersteller haben diese neue Bademode
im Programm. Der Tankini das ideale Kleidungsstück
für die Urlaubsgarderobe, lässt sich das Oberteil
doch ganz unterschiedlich verwenden, ob am Strand
oder abends in der Discothek.
Als Trendfarben setzen die Hersteller in diesem Jahr
besonders auf leuchtende Gelb- und Grüntöne
sowie Signalfarben. Wer es aber lieber schlicht
und einfarbig mag, muss nicht verzagen. Fast alle
Hersteller bieten außer knappen Bikinis in Knallfarben
auch jede Menge Badeanzüge in dezenten Tönen.
Neue
Materialien
Die
"In&Out"-Modellen von Solar bieten verschiedene Muster
in einem. Den Modellen, die schon im trockenen Zustand
gemustert sind, werden bei Wasserkontakt zusätzliche
Elemente auf den Stoff gezaubert. Das Geheimnis steckt
in einem besonderen Lycrastoff, der punktuell weniger
Feuchtigkeit aufnimmt und so bestimmte Muster erst
nach dem Bad im Wasser zur Geltung bringt. Mit einem
besonderen Material werben auch Speedo und Arena:
Fastskin nennt sich der Zauberstoff von Speedo. Der
Stoff imitiere die Haut von Haifischen, indem er mit
winzigen Hautspoilern versehen, das Wasser enger am
Körper abfließen lasse. Damit verringere er auch den
Wasserwiderstand, heißt es von Speedo. Arena bietet
Materialien, die doppelt so schnell trocknen wie andere.
Außerdem seien sie äußerst chlorresistent.
Neue
Ideen
Erfinderisch gibt sich der Hersteller Triumph, der
mit seiner Badekollektion dem Wunsch der Frauen nach
Abwechslung nachzukommen versucht. Modelle mit auswechselbaren
Trägern sollen zusätzliche Variationsmöglichkeiten
schaffen. Die Frauen können dabei zwischen zwei verschiedenen
Rückenpartien wählen: Zum Sonnen gibt es schmale Träger,
die viel Rücken zum Bräunen freigeben, und zum Schwimmen
oder Beachvolleyball bieten sich die breiten Träger
an. Neu sind auch verschiedene "Push-up"-Modelle,
die für mehr Fülle im Dekolleté sorgen. So bietet
Triumph beispielsweise das Modell "Super Curves" und
verspricht den Frauen mit einer besonderen Schnittform
sowie durch die eingearbeiteten Softcups einen Strandauftritt
à la Pamela Anderson.
Damit die von der Badebekleidung bedeckten Körperpartien
nicht zur blassen Nebensache werden, setzt Solar auf
so genannte "Tan Thru"-Produkte. Das patentierte
und blickdichte Microfasergewirk lässt Sonnenstrahlen
durch. Gleichzeitig sollen die Badesachen über einen
integrierten Lichtschutzfaktor von vier bis acht verfügen.
Die
Herren?
Die Herren müssen sich weiterhin vor allem zwischen
knappen Slips und großzügig geschnittenen Badehosen
entscheiden. Doch zunehmend setzen die Bademodenhersteller
auch auf eng anliegende Hot Pants für die Männer.
Farblich wird ihnen ebenfalls die ganze Palette geboten.
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